Auf der Speed Indoor Kartbahn in Keltern (Enzkreis) kommen schon seit 1997 erfolgreich alternative Kraftstoffe zum Einsatz. Zunächst Erdgas und seit 2018 ein umweltfreundlicher Alkylatkraftstoff, der aus pflanzlichen und recycelten Bestandteilen wie Industriefett gewonnen wird.
Mit meinem Fraktionskollegen Prof. Dr. Erik Schweickert (Abgeordneter für den Enzkreis) besuchte ich die Freizeitanlage, sprach mit Stephan Bärtl und gab anschließend Vollgas auf dem Rundkurs. Dem Geschäftsführer war die Begeisterung für die Themen Fahrzeugantriebe und erneuerbare Kraftstoffe sichtlich anzumerken.
Besser für Gesundheit, Klima und Motoren
So berichtete er, dass die direkten Emissionen der Karts durch den Alkylatkraftstoff reduziert würden, außerdem sei er in der Verbrennung sauberer als herkömmliche Kraftstoffe. „Damit ist er besser für die Gesundheit als auch für die Motoren. Über die gesamte Kette betrachtet bieten erneuerbare Kraftstoffe somit fast nur Vorteile – auch im Vergleich zu E-Karts“, so Stephan Bärtl.

Für ihn sind die Alkylatkraftstoffe keineswegs nur ein Nischenprodukt für Go-Karts. Die Vorteile könnten schrittweise auch dem Massenmarkt nutzen. Hinsichtlich des Fahrgefühls merke man keinerlei Unterschiede und die Reichweite des ökologischen Sonderkraftstoffs sei messbar höher als bei den herkömmlichen Kraftstoffen Super 95 E5 und E10.
Dank FDP: HVO100 immer beliebter
Als Sprecher für individuelle Mobilität der FDP-Landtagsfraktion begrüße ich jede Initiative, die hilft, dass Bio-Kraftstoffe – genauso wie E-Fuels – in der Praxis erprobt und eingesetzt werden. Nicht umsonst hat die FDP in der letzten Bundesregierung die Freigabe von HVO100 an deutschen Tankstellen durchgesetzt. An immer mehr Standorten, auch in Baden-Württemberg, ist der erneuerbare Kraftstoff jetzt verfügbar.

Sehr ärgerlich: Während immer mehr Kommunen im Land HVO 100 für ihre Fuhrparks nutzen, sperrt sich die grün-geführte Landesregierung weiter gegen einen breiten Einsatz. Statt bei Dieselfahrzeugen auf einen Schlag 90 Prozent CO2-Einsparung zu erreichen, verliert sie sich lieber in Streitereien um nicht erreichte Klimaziele, Sofortprogramme und Verbotsdebatten.
Dabei ist offensichtlich, dass das Auto weiterhin für viele Menschen unverzichtbar ist und der Fahrzeugbestand noch lange Zeit von Verbrennern geprägt sein wird. Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur individuellen Mobilität und eine Konzentration auf die CO2-Gesamtbilanz statt nur darauf zu schauen, was aus dem Auspuff kommt. Nicht der Motor ist das Problem, sondern der fossile Kraftstoff.
